Geschichtstafel

Jahr

Beschrei­bung

1264 Das Dorf Schö­ne­berg wird unter dem Namen “Villa Sco­nen­berch” erst­mals urkund­lich erwähnt durch den aska­ni­schen Mark­gra­fen Otto III. Am 3.11.1264 schenkte der dama­lige Mark­graf dem Non­nen­klos­ter in Span­dau 5 Hufen ( ver­al­tete Bezeich­nung für Acker­flä­chen ) im Dorf “Sco­nen­berch”. Damit wollte er die Armut der Non­nen lin­dern. Bei sei­ner Grün­dung zählte das Dorf 20 Häu­ser und dürfte nach 1200 erfolgt sein. Der Name erin­nert an die ers­ten Sied­ler. Der Ort lag west­lich der Elbe,ob diese ursprüng­lich aus dem nie­der­rhei­ni­schen stamm­ten, wo es einen Ort Sco­nen­berch gab oder aus dem flä­mi­schen von wo die meis­ten der Zuwan­de­rer im Rah­men der Ost­ko­lo­ni­sa­tion stamm­ten, läßt sich nicht feststellen.
1309  In der Region machen sich Ver­bre­chen breit, sodass sich die umlie­gen­den Städte zur Abwehr gewalt­tä­ti­ger Über­griffe auf Stadt und Land zusammenschließen.
 1323  Zur Erhal­tung des Land­frie­dens schlie­ßen sich 22 mär­ki­sche Städte, ins­be­son­dere um den Ber­li­ner Raum, zu einem Schutz­bund zusammen.
 1348  In der Region bricht die Pest aus.
 1359  Das Ver­bre­chen beherrscht die Region, sodass ein Land­tag ein­be­ru­fen wird und deren Bekämp­fung beschließt.
 1375  Im Land­buch Kai­ser Karls IV. wird Schö­ne­berg mit 50 Hufen, davon mit zwei Pfarrhu­fen und einem Kir­chen­huf genannt. Fer­ner wer­den die Bür­ger Parys aus Cölln mit zwölf Hufen und Johan­nes Ryke mit zehn Hufen als die mäch­tigs­ten Grund­her­ren in Schö­ne­berg erwähnt. Diese Her­ren streb­ten nach Macht und ver­such­ten, sich die Bau­ern abgabe– und dienst­pflich­tig zu machen. In die­sem Zusam­men­hang wird auch der Krug (dama­li­ger Begriff für einen Aus­schank) am spä­te­ren Stand­ort des Schö­ne­ber­ger Prä­la­ten erst­mals erwähnt. Fer­ner wer­den drei­zehn Kossä­ten­höfe aufgeführt.
Kossä­ten waren Dorf­be­woh­ner, die den Bau­ern bei der Arbeit hal­fen. Ihre Höfe waren klei­ner als die der Bau­ern. Sie leb­ten in klei­nen Hüt­ten, die Katen oder Koten genannt wur­den. Nach die­sen hie­ßen sie Kot­sa­ten, wor­aus spä­ter der Begriff Kossä­ten entstand.
 1393  Stra­ßen­raub und Land­frie­dens­bruch beherrscht die Region, sodass sich die Städte erneut zusam­men­schlie­ßen und eine Land­wehr errich­ten. Das Bünd­nis wird 1399 erneu­ert und Mark­graf Jobst um Hilfe gebeten.
 1451  Das Dorf Schö­ne­berg befin­det sich als Lehen im Besitz des Geschlech­tes der Fal­ken­re­des mit Aus­nahme des Lehn­schul­zen­gu­tes. (Lehn­schulze hieß, wer sein Lehen auf sei­nen Sohn ver­er­ben durfte; gele­gent­lich wurde er auch Erb­schulze genannt. Der Mark­graf ernannte stets den Dorf­vor­ste­her als Lehns­mann und zugleich zum Schult­heiß oder Erb­schul­zen. Er war damit dafür ver­ant­wort­lich, dass die Bau­ern ihre Abga­ben an den Lan­des­herrn pünkt­lich entrichteten.)
1460 Das Geschlecht von Redern wird Guts– und Grund­herr in Schö­ne­berg. Der Guts­herr bestimmt nun über das Dorf und seine Bewoh­ner. Die Schö­ne­ber­ger wen­den sich gegen ihn — aller­dings vergebens.
1501 Erneut wütet die Pest in der Region.
1506 Jas­per von Redern ver­kauft Schö­ne­berg an den Kur­fürs­ten Joa­chim I. Pacht– und zins­pflich­tig waren zu die­ser Zeit neun Bau­ern, fünf Kossä­ten, der Küs­ter und der Krüger.
In Schö­ne­berg wer­den ein kur­fürst­li­ches Vor­werk und eine Schä­fe­rei ein­ge­rich­tet. Das Vor­werk war ein acht Hufen umfas­sen­des Gut. Die Ver­wal­tung des Vor­werks und des Dor­fes Schö­ne­berg wer­den dem Wirt­schafts­hof des Schlos­ses in Cölln, dem “Amt Müh­len­hof” unter­stellt. Schö­ne­berg ist damit kein Guts­hof mehr, son­dern ein Amtsdorf.
1544 Schö­ne­berg brennt nieder.
1574 Kur­fürst Johann Georg bestimmt, dass die Kir­che in Lank­witz als Toch­ter­kir­che zu Schö­ne­berg gehört. Als Ver­bin­dungs­weg für den Pfar­rer ent­steht der Priesterweg.
 1591  Das Dorf zählt zehn Bau­ern– und acht Kossätenfamilien.
 1602  Kur­fürst Joa­chim Fried­rich ent­schei­det, dass die Kir­che von Lank­witz end­gül­tig zu Schö­ne­berg zäh­len soll. Zwi­schen­zeit­lich war die Schö­ne­ber­ger Dorf­kir­che infolge eines Bran­des nicht nutz­bar gewesen.
 1618  Das Dorf Schö­ne­berg zählt zu Beginn des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges zehn Bau­ern– und drei­zehn Kossätenfamilien.
 1620  Eng­li­sche Trup­pen König Jacobs I. (zumeist ent­las­sene Sträf­linge) plün­dern im Zuge des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges Schö­ne­berg. Genau genom­men waren sie Hilfs­trup­pen, die aus Eng­land gekom­men waren und die Pro­tes­tan­ten in Bran­den­burg unter­stüt­zen soll­ten. Die Refor­ma­tion war bereits 1539 in Bran­den­burg ein­ge­führt worden.
 1647  Zum Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges erhält Schö­ne­berg einen Küs­ter, der auch Schul­un­ter­richt ertei­len muss.
Die kai­ser­li­chen Trup­pen sowie die Schwe­den hat­ten dem Dorf im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg schwer zuge­setzt; durch sie wur­den mehr­fach Seu­chen eingeschleppt.
1648 Die Zahl der Ein­woh­ner sinkt bis Ende des Krie­ges auf sechs Bau­ern– und sie­ben Kossätenfamilien.
1656 Im Zuge einer gewal­ti­gen Auf­bau­ar­beit legt der Große Kur­fürst auf der Schö­ne­ber­ger Gemar­kung einen “Küchen­gar­ten” für die Ver­sor­gung sei­nes Hofes an.
1679 Aus dem Küchen­gar­ten wird unter John­ann Sigis­mund Els­holtz der Bota­ni­sche Gar­ten (u. a. zur Züch­tung von Kaf­fee­pflan­zen). Er befand sich auf dem Gelände des heu­ti­gen Kleistparks.
1712 Bis 1768 wird zur Fest­stel­lung der lan­des­herr­li­chen Rechte und zur Über­prü­fung des öko­no­mi­schen Nut­zens der Bewirt­schaf­tungs­me­tho­den (Drei­fel­d­er­wirt­schaft) die Schö­ne­ber­ger Feld­mark voll­stän­dig vermessen.
1713 Der Nord­teil der Tem­pel­ho­fer, Schö­ne­ber­ger und Rix­dor­fer Feld­mark wird bis 1740 von der Ber­li­ner Gar­ni­son für Para­den und Übun­gen genutzt.
In der Regie­rungs­zeit Fried­rich Wil­helm I. (1713–1740) erfolgt eine Reform der Staats­ver­wal­tung und Staats­wirt­schaft (z.B. in Schö­ne­berg die Umwand­lung der Natu­ra­li­en­ab­gabe in Geld­ab­ga­ben). Fried­rich Wil­helm I. ver­pach­tet sein Schö­ne­ber­ger Gut. Der Pacht­er­lös fliesst der Staats­kasse zu. Nicht die Bau­ern, aber ihre Kin­der müs­sen unent­gelt­lich auf dem Domä­nen­gut arbeiten.
1750 König Fried­rich II. sie­delt böh­mi­sche Weber­fa­mi­lien an und erbaut zwi­schen dem heu­ti­gen Kaiser-Wilhelm-Platz und dem Kleist­park, dem sog. Neu-Schöneberg, für die Zuwan­de­rer 20 Kolo­nis­ten­häu­ser. Ohne jedes Kauf­geld schenkt ihnen der König die Grund­stü­cke. Dafür aber muss sich jeder ver­pflich­ten, noch zwei wei­tere Fami­lien aus Böh­men her­bei­zu­ru­fen. So woh­nen bald 40 Weber­fa­mi­lien in Neu-Schöneberg. Fer­ner sind die Sied­ler ver­pflich­tet, den Weg hin­auf auf den Tel­tow, der durch Neu-Schöneberg führte (heu­tige Haupt­strasse), instand zu halten.
Die Schö­ne­ber­ger Bau­ern leh­nen Ver­hand­lun­gen über die wei­tere Her­gabe von Land an der Schaf­brü­cke zur Anlage einer Maul­beer­plan­tage ab. Sie ver­pflich­ten sich selbst, Maul­beer­bäume für die Sei­den­rau­pen­zucht anzu­pflan­zen. Alt-Schöneberg zählt 168 und Neu-Schöneberg 440 Einwohner.
1760 Die Rus­sen unter Gene­ral von Tott­le­ben bren­nen Alt-Schöneberg im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg (1756–1763) nie­der. “Sie dran­gen in Stu­ben, Ställe, Scheu­nen und Kel­ler ein, durch­such­ten alles und steck­ten ein, was sie brau­chen konn­ten. Doch bevor sie Alt-Schöneberg ver­las­sen, steck­ten sie das Dorf noch an allen Ecken in Brand”. Am Abend des 7. Okto­ber 1760 ist Alt-Schöneberg voll­stän­dig nie­der­ge­brannt. Die Ein­woh­ner fin­den Auf­nahme bei den böh­mi­schen Nach­barn in Neu-Schöneberg.
1763 Alt-Schöneberg wird bis 1767 unter der Lei­tung von Chris­tian Lud­wig Netcke wie­der auf­ge­baut. Zugleich erfolgt die Ega­li­sie­rung der Feld­mark und damit die Abschaf­fung der Erbun­ter­tä­nig­keit der Bauern.
1766 Weihe der alten Dorf­kir­che. Sie steht auf den Rui­nen ihrer 1544 und 1760 abge­brann­ten Vor­gän­ger. Sie wird nach zwei­jäh­ri­ger Bau­zeit fertiggestellt.
1770 Viele Schö­ne­ber­ger Besit­zer erhal­ten die Erb­ver­schrei­bun­gen für ihre Höfe und wer­den damit freie Bau­ern: Hans Mette , Mar­tin Hewald, Peter Ros­tock, Mar­tin Trö­ning, Daniel Will­mann, Chris­tian Lange, Lud­wig Grote, Michael Kratz, Bas­tian Hewald, Mar­tin Rosen­kes­sel, Hans Kratz, Chris­topf Ber­ge­mann, von Justy und die Kossä­ten Gott­fried Haserath, Peter Kie­nast, Mar­tin Berend, Mar­tin Gru­now, Mar­tin Leh­mann, Michael Lusche und Fried­rich Uschroff.
1784 Die Kolo­nis­ten in Neu-Schöneberg rich­te­ten einen eige­nen Dorf­schul­un­ter­richt ein. Die Bezah­lung des Leh­rers durch den Ber­li­ner Magis­trat konn­ten sie erst auf dem Pro­zeß­wege erreichen.
1791 Die Straße Berlin-Potsdam wird über einen Zeit­raum von zwei Jah­ren als erste Straße im Land Preu­ßen gepflas­tert. Sie wird fortan nur noch Stein­straße genannt.
1800 Die Ein­woh­ner­zahl in Alt-Schöneberg beträgt 270 und in Neu-Schöneberg 240 Einwohner.
1801 Alt-und Neu-Schöneberg haben zusam­men 524 Einwohner.
Viele Bau­ern des Ortes beherr­schen um diese Zeit noch nicht die “Kunst des Schreibens”.
1806 Bis 1810 lagern fran­zö­si­sche Trup­pen in Schö­ne­berg. Sie müs­sen von den Schö­ne­ber­gern ver­sorgt wer­den. Zwar wird der Bota­ni­sche Gar­ten ver­schont, doch beschlag­nah­men die Fran­zo­sen die Gartenkasse.
 1820  Bis 1860 ent­wi­ckelt sich eine fast geschlos­sene Bebau­ung mit länd­li­chen Büd­ner­häu­sern und vor­städ­ti­schen Land­häu­sern im Pots­da­mer Vier­tel. In Neu-Schöneberg sie­deln sich zahl­rei­che Hand­werks­be­triebe, Gärt­ne­reien und Gast­wirt­schaf­ten an. Damit ein­her­ge­hend erfolgt eine Auf­lö­sung der alten land­wirt­schaft­li­chen Ordnung.
 1824  Bis 1841 erfolgt die Ablö­sung der Hütungs­rechte auf den Flu­ren der Nach­bar­ge­mein­den Schönebergs.
 1828  Das Gelände öst­lich der heu­ti­gen Nau­mann­straße wird an das preu­ßi­sche Mili­tär verkauft.
 1830  Bau einer Pfer­de­renn­bahn, die 1841 wegen des Baus der Eisen­bahn wie­der auf­ge­ge­ben wird.
 1837  Neu­bau des Schul­hau­ses von Alt-Schöneberg an der Stelle des spä­te­ren alten Amtshauses.
 1838  Eröff­nung der Eisen­bahn Ber­lin — Pots­dam. Ein Halt in Schö­ne­berg wird vor­erst nicht ein­ge­rich­tet. Die Schö­ne­ber­ger Bau­ern ver­kau­fen Land an die Eisen­bahn­ge­sell­schaf­ten (1845 Abschluss der Ver­trags­ver­hand­lun­gen). Die Fahr­dauer der Stre­cke Berlin-Potsdam beträgt 40 Minu­ten im Durch­schnitt, bei schlech­tem Wet­ter aller­dings bis zu zwei Stunden.
 1848  Die Büd­ner aus dem Schö­ne­ber­ger Nor­den rich­ten eine Beschwerde über die Abga­ben­ver­hält­nisse an König Fried­rich Wil­helm IV (Büdnerbewegung).
 1849  Ers­tes Ber­li­ner Som­mer­thea­ter im “Schwar­zen Adler” in Schö­ne­berg. Die Ein­woh­ner­zahl von Schö­ne­berg erreicht 5000.
 1850  Der Land­wehr­gra­ben an der dama­li­gen Berlin-Schöneberger Nord­grenze ist zum Schiff­fahrts­ka­nal aus­ge­baut worden.
 1854  In der Pots­da­mer Straße und der Haupt­straße wird eine Stra­ßen­be­leuch­tung ein­ge­führt. Schö­ne­berg erhält als erste Vor­ort­ge­meinde Gas­be­leuch­tun­gen durch die “Impe­rial Con­ti­nen­tal Gas Association”.
 1856  Am 1. Okto­ber grün­det Gus­tav Lan­gen­scheidt sein Unter­neh­men in Berlin-Schöneberg. Sein Mar­ken­zei­chen ist das blaue “L” auf gel­bem Grund.
1858 Erri­chung des Pal­men­hau­ses im Bota­ni­schen Garten.
1861 Schö­ne­berg ver­liert einen Teil sei­ner Flä­che. 175 ha zwi­schen Schaf­gra­ben und dem alten Bota­ni­schen Gar­ten wer­den der Stadt Ber­lin zuge­schla­gen. Dem gin­gen zehn­jäh­rige Ver­hand­lun­gen vor­aus. Die Abtre­tung erfolgt letzt­lich gegen den Wil­len des Gemeindevorstandes.
1863 Ein­rich­tung eines Gemein­de­schul­hau­ses mit 14 Klas­sen in der Kur­fürs­ten­straße 141 an der Stelle der spä­te­ren Bau­aka­de­mie von Lud­wig Hoffmann.
1864 Grün­dung der Kur– und Heil­an­stalt “Mai­son de Sante” durch Edu­ard Levin­stein. Sie exis­tiert bis 1919.
1866 Am 27. Februar grün­det Wil­helm Adolf Lette den Lette-Verein, ein Ver­ein “zur För­de­rung der Erwerbs­fä­hig­keit des weib­li­chen Geschlechts”. Der Ver­ein wird von Vik­to­ria von Preu­ßen finan­zi­ell unterstützt.
1867 Grün­dung der Schle­gel­schen Braue­rei. Neben dem Werk­stät­ten­bahn­hof der Anhal­ter Eisen­bahn und dem Gas­werk der Impe­rial Con­ti­nen­tal Gas Asso­cia­tion wird die Schle­gel­sche Braue­rei zum größ­ten Indus­trie­be­trieb Schö­ne­bergs. Die Ver­kehrs­ge­sell­schaf­ten neh­men viel Geld ein und müs­sen an die Schö­ne­ber­ger Gemein­de­kasse hohe Steu­er­be­träge zah­len. Auch die Braue­reien und die Gas­ge­sell­schaft zäh­len zu den gro­ßen Steuerzahlern.
In der Folge kön­nen die Sand­wege gepflas­tert und neue Stra­ßen ange­legt wer­den. Damit wächst auch die Zahl der Kauf­leute, Gewer­be­trei­ben­den und Hand­wer­ker von Jahr zu Jahr. Schö­ne­berg erfährt einen wirt­schaft­li­chen Aufschwung.
1868 Bis 1884 Bau­tä­tig­keit ein­zel­ner Ter­rain­un­ter­neh­mer und –gesell­schaf­ten im Nor­den und Süd­wes­ten von Schöneberg:
Ber­li­ner Bank-Verein: Erschlie­ßung und Bebau­ung des Ter­rains zwi­schen Kur­fürs­ten– und Bülow­strasse; Liqui­da­tion in der Gründerkrise.
Ber­li­ner Bau-Vereins-Bank AG: Erschlie­ßung und Bebau­ung des Gebie­tes öst­lich des Nol­len­dorf­plat­zes zwi­schen Mackensen-,Kurfürsten-Winterfeldt– und Maaßen­straße; Liqui­da­tion 1876.
Thiergarten-Westend AG: Besit­ze­rin des Ter­rains rund um den Wit­ten­berg­platz, zwi­schen Kur­fürs­ten– und Fug­ger­straße, nur geringe Erschlie­ßungs­ar­bei­ten, Liqui­da­tion in der Grün­der­krise. Ent­ste­hung des Kielgan-Viertels.
1870 Bau des Armen­hau­ses auf dem Müh­len­berg (Areal hin­ter dem heu­ti­gen Rat­haus Schöneberg).
1871 Eröff­nung der Schö­ne­ber­ger Schloss­braue­rei an der Domi­ni­cus­straße, die 1867 unter dem Namen “Schle­gel­sche Braue­rei” gegrün­det wurde. (1954 wird die Ber­li­ner Schloss­braue­rei ein Toch­ter­un­ter­neh­men der Ber­li­ner Kindl Braue­rei AG und 1958/1959 als Ber­li­ner Bären Braue­rei wei­ter­be­trie­ben. Am 1. Mai 1975 schließt die Ber­li­ner Bären Brauerei.)
Die Ber­li­ner Schloss­braue­rei kauft das alte Krug­ge­lände, den spä­te­ren Prä­lat, und das im Zwei­ten Welt­krieg zer­störte Jagdschlösschen.
Auf­stel­lung eines Orts­sta­tuts für die Gemeinde-vertretung; sie ersetzt die Gemein­de­ver­samm­lung. Die Wahl der Gemein­de­ver­ord­ne­ten erfolgt nach dem Dreiklassenwahlrecht.
Schö­ne­berg zählt nach dem Ver­lust eines Groß­teils sei­ner Flä­che im Jahr 1871 4.555 Einwohner.
Beginn des Baus der Zwölf-Apostel-Kirche; Fer­tig­stel­lung 1874.
1872 Eröff­nung des ers­ten Bahn­ho­fes Schö­ne­berg an der Tem­pel­ho­fer Straße und damit Anschluss an den “Ver­bin­der”. Der “Ver­bin­der” war Teil der heu­ti­gen Ringbahn.
Bau von Büd­ner­häu­sern und drei– bis vier­ge­schos­si­gen Miets­häu­sern mit Gewer­be­nut­zung auf dem Hinterland.
1873 Das neu­for­mierte Eisen­bahn­ba­tail­lon erhält das mili­tä­ri­sche Gelände süd­lich der Kolon­nen­straße als Übungs­platz zuge­wie­sen. Errich­tung der ers­ten Kaserne west­lich der Kesselsdorfstraße.
1874 Neu-Schöneberg wird unter dem Gemein­de­vor­ste­her Adolf Feu­rig mit Alt– Schö­ne­berg zu Schö­ne­berg vereinigt .
Außer­dem eröff­net der erste Wochen­markt in Schö­ne­berg an der Aka­zi­en­straße Ecke Hauptstraße.
Bau eines Amts­hau­ses für 8.000 Taler.
Schö­ne­berg erhält als erste orts­ei­gene Zei­tung den “Schö­ne­ber­ger Anzei­ger”, der jedoch nur ein Vier­tel­jahr lang erscheint.
Die Gemein­de­ver­wal­tung ver­bie­tet, bei Tage Dün­ger auf den Stra­ßen Schö­ne­bergs zu transportieren.
1878 Der alte Feld­weg zwi­schen Schö­ne­berg und Wil­mers­dorf, die heu­tige Gru­ne­wald­straße, wird durch eine Chaus­see ersetzt.
Die Pfer­de­bahn Pots­da­mer Brü­cke — Schö­ne­berg wird eröffnet.
Schö­ne­ber­ger Bau­ern ver­kau­fen Flä­chen in Schö­ne­berg und wer­den dadurch über Nacht reich (sog. “Millionenbauern”).
1879 In der Sed­an­straße hisst der Bier­ver­le­ger Becker die rote Fahne und begrün­det damit den Ruf der “Roten Insel”.
Unter dem Gemein­de­vor­ste­her Feu­rig wird in Schö­ne­berg eine Frei­wil­lige Feu­er­wehr ein­ge­rich­tet, die spä­ter in eine Berufs­feu­er­wehr umge­wan­delt wird.
1882 Anlage der Yorck­straße unter den Bahngleisen.
Eröff­nung des Schö­ne­ber­ger Bahn­hofs in der Kolon­nen­straße an Stelle des Bahn­hofs an der Tem­pel­ho­fer Straße.
1883 Der bekannte Pfar­rer Frege stirbt. Max Vor­berg wird sein Nachfolger.
1884 Schö­ne­berg wird an das Rohr­netz der Char­lot­ten­bur­ger Was­ser­werke angeschlossen.
Ein­rich­tung des “Ballon-Detachement” (eine kleine Trup­pen­ein­heit) auf dem Tem­pel­ho­fer Feld.
1885 Bis 1914 wird Schö­ne­berg in den wil­hel­mi­ni­schen Groß­stadt­gür­tel mit sei­nen Miets­ka­ser­nen und Indus­trie­be­rei­chen ein­be­zo­gen. Tätig­keit bedeu­ten­der Terrain-Unternehmen, u.a. der Ber­li­ni­schen Boden­ge­sell­schaft (Haberland).
Ein­füh­rung einer soge­nann­ten Wertzuwachssteuer.
1887 Der “Schwarze Gra­ben”, das Fenn­ge­lände des heu­ti­gen Stadt­parks wird zugeschüttet.
1888 Die Wind­mühle auf dem Müh­len­berg wird abge­ris­sen, damit Wohn­häu­ser gebaut wer­den kön­nen. Teile der Wind­mühle wer­den nach Wüns­dorf im Kreis Tel­tow ver­kauft und hier wie­der aufgestellt.
Anschluss des Schö­ne­ber­ger Nor­dens an die Ber­li­ner Kana­li­sa­tion. Eine unter­ir­di­sche Ent­wäs­se­rung wird eingerichtet.
Grün­dung der “Goerz-Anstalt” (Spe­zi­al­fa­brik für Lin­sen und Kameras).
Schö­ne­berg erhält erneut eine eigene Zei­tung, wie­der unter dem Namen “Schö­ne­ber­ger Anzeiger”.
1890 Bau des alten Schö­ne­ber­ger Rat­hau­ses an der Stelle des Amts­hau­ses am heu­ti­gen Kaiser-Wilhelm-Platz.
Eröff­nung der Dampf­stra­ßen­bahn von Frie­denau über Schö­ne­berg zum Nol­len­dorf­platz und wei­ter nach Halensee.
Eröff­nung des Wochen­mark­tes auf dem Winterfeldtplatz.
Am 6. Januar 1890 wird auf Betrei­ben des Leh­rers Max Nit­sche der “Schö­ne­ber­ger Män­ner Turn­ver­ein” als ers­ter Sport­ver­ein Schö­ne­bergs gegrün­det. Inzwi­schen trägt der Ver­ein den Namen OSC und ist einer der größ­ten und erfolg­reichs­ten Ber­li­ner Sportvereine.
1894 Eröff­nung des Bahn­hofs Ebersstraße.
Bau der Schule in der Kolonnenstraße.
1895 Ver­trag über die Ein­rich­tung einer Hoch­bahn (ent­lang der heu­ti­gen Kleist­straße) zwi­schen der Gemeinde Schö­ne­berg und der Gesell­schaft für elek­tri­sche Hoch– und Untergrundbahnen.
1896 Bau des Pestalozzi-Fröbel-Hauses in der Karl-Schröder-Straße
1898 Schö­ne­berg wird selbst­stän­dige Stadt.
Rudolph Wilde wird zum ers­ten Bür­ger­meis­ter gewählt (ab 1902 Oberbürgermeister).
1899 Schö­ne­berg schei­det als selb­stän­di­ger Stadt­kreis aus dem Kreis Tel­tow aus.
Erstel­lung des Bebau­ungs­plans für das Schö­ne­ber­ger West­ge­lände durch Stadt­bau­rat Fried­rich Gerlach.
Schö­ne­berg erhält ein Stadtwappen.
Eröff­nung des Betriebs­ho­fes der Ber­li­ner Stra­ßen­bahn in der Bel­zi­ger Straße.
 1900  Ein­wei­hung des Viktoria-Luise-Platzes. In sei­ner Nähe strah­len die ers­ten elek­tri­schen Lampen.
Schö­ne­berg zählt 95.998 Einwohner.
Bis 1914 wird das Baye­ri­sche Vier­tel in Schö­ne­berg erbaut.
1901 Der Bahn­hof Pape­straße wird fertiggestellt.
Ein­rich­tung einer Volks­kü­che für “Bedürf­tige und Min­der­be­mit­telte” in der Bel­zi­ger Straße 63.
Beginn des Baus des Amts­ge­richts Schö­ne­berg in der Gru­ne­wald­straße 66/67. Fer­tig­ge­stellt wird es 1906. Die Archi­tek­ten waren Thoemer und Mön­nich. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
1902 Die erste Ber­li­ner Hoch­bahn­stre­cke wird am 11. März 1902 eröff­net (ein­schließ­lich der Bahn­höfe Nol­len­dorf­platz und Bülowstraße).
1903 Beginn des Baus des Auguste-Viktoria-Krankenhauses in der Rubens­straße. Fer­tig­ge­stellt wird es 1910.
1904 Grün­dung des Ver­eins zur Bekämp­fung der Tuber­ku­lose in Schöneberg.
Abschluss eines Ent­wäs­se­rungs­ver­tra­ges mit Berlin.
1907 Das KaDeWe “Kauf­haus Des Wes­tens” wird von Adolf Jan­dorf gegrün­det und am 27. März 1907 eröff­net. Das Waren­haus ist heute eines der bekann­tes­ten und ange­se­hens­ten Kauf­häu­ser Euro­pas mit einer Ver­kaufs­flä­che von 43000 qm auf 7 Etagen.
1908 Grün­dung der “Indus­trie­ge­lände Schö­ne­berg AG” mit dem Indus­trie­ge­biet bei­der­seits der Bessemerstaße.
Eröff­nung der ers­ten “Sozia­len Frau­en­schule” durch Alice Salo­mon auf dem Gelände des Pestalozzi-Fröbel-Hauses.
Am 31. August wird in der Martin-Luther-Straße der Ber­li­ner Eis­pa­last eröff­net. Genutzt wird er von Eis­ho­ckey­ver­ei­nen sowie zum Schlitt­schuh­lau­fen. Wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges dient er zur Ein­la­ge­rung von Fleischreserven.
Bis 1910 Bau des Gaso­me­ters in Schö­ne­berg von der Berlin-Anhaltischen Maschi­nen­bau AG (BAMAG).
1909 Errich­tung der Syn­agoge der jüdi­schen Gemeinde in der Mün­che­ner Straße (heu­ti­ger Sport­platz der Löckwitz-Grundschule). In der NS-Zeit dient die Syn­agoge als Sam­mel­stelle für ent­eig­nete beweg­li­che Güter der Juden.
1910 Eröff­nung der stadt­ei­ge­nen Schö­ne­ber­ger U-Bahnlinie auf der Stre­cke Nol­len­dorf­platz / Inns­bru­cker Platz. Damit ist Schö­ne­berg nach Ber­lin die zweite Stadt in Deutsch­land mit einer eige­nen U-Bahn.
Am 17. Novem­ber 1910 wird in der Pots­da­mer Straße der legen­däre Sport­pa­last eröff­net. Ab 1911 fin­det hier das jähr­li­che Sechs­ta­ge­ren­nen statt. Eine Beson­der­heit ist die Kunst­eis­bahn, zu ihrer Zeit die größte der Welt (z.B. für Auf­füh­run­gen von Holi­day on Ice).
Ver­le­gung des alten Bota­ni­schen Gar­tens an der Pots­da­mer Straße nach Dah­lem und Umge­stal­tung zum Heinrich-von-Kleist-Park mit Umset­zung der Königs­ko­lon­na­den vom Alex­an­der­platz an den Zugang in der Pots­da­mer Straße. Kurz­zei­tig war auf dem Gelände eine Rad­renn­bahn errich­tet wor­den, die nach einem schwe­ren Unglück mit neun Toten und über vier­zig Schwer­ver­letz­ten wie­der abge­ris­sen wurde.
Bau des Obdachs im Süd­ge­lände (spä­tere Lindenhof-Schule) als Ersatz für das abge­ris­sene Armenhaus.
1911 Grund­stein­le­gung für das Neue Rat­haus am Rudolph-Wilde-Platz, dem heu­ti­gen John-F.-Kennedy-Platz (Bau­kos­ten 10 Mil­lio­nen Mark).
Alex­an­der Domi­ni­cus wird Ober­bür­ger­meis­ter von Schöneberg.
Fer­tig­stel­lung des Stadtparks.
1912 August Gaul erstellt den 10 m hohen “Hirsch­brun­nen” im Schö­ne­ber­ger Stadt­park, auf des­sen Säule ein “Gol­de­ner Hirsch”, das Wap­pen­tier Schö­ne­bergs, steht.
1913 Fer­tig­stel­lung des Kam­mer­ge­richts (von 1945 bis 1990 Sitz des Alli­ier­ten Kontrollrates).
Inbe­trieb­nahme des Gaso­me­ters in Schö­ne­berg, einem Nied­rig­druck­gas­be­häl­ter oder auch “Teleskop-gasbehälter”.
1914 Der Rat­haus­bau unter Ober­bür­ger­meis­ter Alex­an­der Domi­ni­cus wird abge­schlos­sen. Der Rat­haus­vor­platz erhält den Namen Rudolph-Wilde-Platz.
Bis 1917 baut die Schult­heiss Braue­rei AG eine Malz­fa­brik in Berlin-Schöneberg an der Bes­se­mer­straße. 1921 erfolgt die Inbe­trieb­nahme der Mälzerei.
1919 Schö­ne­berg zählt 175.093 Einwohner.
1920 Schö­ne­berg wird auf Beschluss der Natio­nal­ver­samm­lung mit Frie­denau der 11. Bezirk von Groß-Berlin und ver­liert damit seine Eigenständigkeit.
Wäh­rend des Kapp-Putsches kommt es zur Beset­zung des Alten Rat­hau­ses am Kai­ser Wilhelm-Platz und des Neuen Rat­hau­ses auf dem Rudolph-Wilde-Platz. Sie­ben Arbei­ter wer­den bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den Put­schis­ten getötet.
1922 Beginn des Baus der Ceci­li­en­gär­ten durch Hein­rich Las­sen, Fer­tig­stel­lung 1927.
1923 Den 14810 Woh­nungs­su­chen­den ste­hen 1872 Woh­nungs­an­ge­bote in Schö­ne­berg gegen­über; pro­vi­so­ri­sche Holz­ba­ra­cken (z.B. an der Rubens­straße und am Perels­platz) wer­den errichtet.
1926 Im Süd­ge­lände wird zum letz­ten Mal auf Schö­ne­ber­ger Gebiet gepflügt.
1928 Bei der ers­ten Mas­sen­kund­ge­bung der Natio­nal­so­zia­lis­ten mit Goeb­bels und Hit­ler im Sport­pa­last kommt es zu blu­ti­gen Zusammenstößen.
1929 Erwei­te­rungs­bau­ten der Lin­den­hof­sied­lung wer­den errichtet.
Bau des Kathreiner-Hochhauses durch Bruno Paul in der Pots­da­mer Straße, benannt nach der Erbaue­rin, der Kath­rei­ner Malzkaffee-Fabrik GmbH (Fer­tig­stel­lung 1930).
Das Stadt­bad Schö­ne­berg wird als typi­sches Zweck­bad nach den Plä­nen des Stadt­bau­ra­tes Hein­rich Las­sen erbaut, Fer­tig­stel­lung 1930.
1930 SA-Terror im Arbei­ter­vier­tel “Rote Insel”.
Die Urauf­füh­rung des Remarque-Films ” Im Wes­ten nichts Neues ” im Kino Mozart­saal im Thea­ter am Nol­len­dorf­platz wird durch die SA gewalt­sam verhindert.
1937 Wil­liam Dun­kel ent­wirft den “Prä­lat”, der in der Schö­ne­ber­ger Haupt­straße erbaut wird. Er wird 1938 eröff­net und dient als Ver­an­stal­tungs­ort für Bälle, Kon­gresse und Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen. Frü­her befand sich auf dem Gelände gegen­über der Dorf­kir­che und neben den Vil­len der “Mil­lio­nen­bau­ern” die Gast­stätte “Dorf­schenke” mit einem Biergarten .
1938 Der Bezirk Schö­ne­berg erhält 127,6 ha Flä­che zurück und erstreckt sich seit­dem bis an die Kurfürstenstraße.
Das Süd­ge­lände wird für den geplan­ten Süd­gü­ter­bahn­hof auf der Speer­schen Nord-Süd-Achse teil­weise geräumt. Beginn der Bau­ten am Gra­zer Damm.
Bis 1940 Ein­rich­tung von Ver­wal­tungs­ge­bäu­den als Ersatz für die Räu­mun­gen im Zuge der “Neu­ge­stal­tung” Ber­lins, u.a. für das “Baye­ri­sche Stickstoff-Syndikat” süd­lich des Stadt­parks, dem spä­te­ren Sitz des RIAS bzw. von Deutsch­land­ra­dio Kul­tur und die Haupt­ver­ei­ni­gung der deut­schen Brau­wirt­schaft, dem spä­te­ren Sitz der FHW bzw. der Hoch­schule für Wirt­schaft und Recht (Baden­sche Straße 52).
1941 Beginn der Mas­sen­de­por­ta­tio­nen von Juden aus dem Baye­ri­schen Vier­tel. Die Syn­agoge in der Mün­che­ner Straße 37 dient als Sam­mel­stelle für die Depor­ta­tion der Juden in die Vernichtungslager.
1943 Goeb­bels hält im Sport­pa­last am 19. Februar seine Rede über den “Tota­len Krieg”.
1944 Der Volks­ge­richts­hof hält einen Teil sei­ner Schau­pro­zesse im Kam­mer­ge­richts­ge­bäude ab.
Bis 1945 Errich­tung des Hoch­bun­kers in der Pal­las­straße durch Zwangsarbeiter.
1945 Durch Bom­ben­an­griffe und Artil­le­rie­be­schuss wird in Schö­ne­berg fast die Hälfte der Woh­nun­gen zer­stört. Die Rote Armee besetzt Schöneberg.
Ber­lin wird durch die Sie­ger­mächte in vier Sek­to­ren auf­ge­teilt. Schö­ne­berg gehört zum ame­ri­ka­ni­schen Sektor.
1946 Aus den Trüm­mern Schö­ne­bergs wird bis 1951 der Insu­la­ner, ein Trüm­mer­berg, errichtet.
Seit 1946 wer­den zunächst aus dem Fern­mel­de­post­amt in der Win­ter­feldt­straße, spä­ter aus dem Sen­de­haus in der Kuf­stei­ner Straße die Rund­funk­pro­gramme des RIAS Ber­lin ausgestrahlt.
1947 Grün­dung des Cho­res “Schö­ne­ber­ger Sän­ger­kna­ben” durch Ger­hard Hell­wig. Sie gel­ten als “die jüngs­ten Bot­schaf­ter Ber­lins”. 2011, nach dem Tod ihres Grün­ders, wer­den sie aufgelöst.
1949 Grün­dung der “Ber­li­ner Sta­chel­schweine” im Stu­den­ten­lo­kal Bade­wanne in der Nürn­ber­ger Straße.
Am 7. Okto­ber sie­delt der Ober­bür­ger­meis­ter für die West­sek­to­ren in das Rat­haus Schö­ne­berg über.
1950 Weihe der Frei­heits­glo­cke auf dem Rat­haus­turm am 24. Okto­ber. Sie ist eine Nach­bil­dung der “Liberty Bell”, dem Natio­nal­hei­lig­tum der Ame­ri­ka­ner in Phil­adel­phia. Sie wurde aus Spen­den US-amerikanischer Bür­ger im Geden­ken an die Berlin-Blockade finan­ziert und den Ber­li­nern von Gene­ral Clay über­ge­ben. Sie läu­tet täg­lich um 12 Uhr.
1951 Die Bezirks­bür­ger­meis­te­rin Frau Dr. Ella Barow­sky tauft den Trüm­mer­berg auf den Namen “Insulaner”.
Im Rah­men eines Woh­nungs­bau­pro­gramms wer­den bis 1954 rund 5100 Woh­nun­gen errich­tet; 1952 wer­den 871 Woh­nun­gen im öffent­lich geför­der­ten Woh­nungs­bau fertiggestellt.
1953 Für die Opfer des Auf­stan­des am 17. Juni fin­det am 23. Juni vor dem Rat­haus Schö­ne­berg eine Trau­er­kund­ge­bung mit über 100 000 Teil­neh­mern statt.
1954 Am 10. April wird die Sport­halle am Sach­sen­damm eröff­net. Die Sport­halle bie­tet 1400 Besu­cher­plätze. 1959 fin­den hier die Welt­meis­ter­schaf­ten der Bil­lard­spie­ler sowie 1964 die deut­sche Hand­ball­meis­ter­schaft der Frauen statt.
1956 Dem Bezirk Schö­ne­berg wird am 23. Januar 1956 durch Senats­be­schluss das Wap­pen ver­lie­hen. Der Sena­tor für Inne­res über­gibt die Ver­lei­hungs­ur­kunde am 15. Februar der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Das Wap­pen zeigt in Gold auf grü­nem Berg eine natur­far­bene Kie­fer bei­der­seits beglei­tet von je einem sich auf­rich­ten­den, zum Baum gewen­de­ten roten Hirsch. Auf dem Schild ruht eine rote drei­tür­mige Mau­er­krone, deren mitt­le­rer Turm mit einem klei­nen Ber­li­ner Wap­pen­schild belegt ist. Die­ses Wap­pen­bild ent­spricht dem alten, von Stadt­bau­rat Paul Ege­ling, ent­wor­fe­nen Stadt­wap­pen vom 07. August 1899.
In West-Berlin wird ein eige­nes Post– und Fern­mel­de­mu­seum im Gebäude der Ura­nia eröffnet.
1959 Am 3. Mai wird die Rad­renn­bahn in Berlin-Schöneberg am Sach­sen­damm eröffnet.
1960 Die­ter Hal­ler­vor­den grün­det das Kaba­rett “Die Wühl­mäuse” in der ehe­ma­li­gen Scala in der Martin-Luther-Straße / Augs­bur­ger Straße.
Am 07. Dezem­ber 1960 besucht Indira Gan­dhi Ber­lin und trifft im Schö­ne­ber­ger Rat­haus den Regie­ren­den Bürgermeister.
1961 Seit 1961 befin­det sich die Ura­nia in der Kleist­straße in einem dort errich­te­ten Neu­bau. Die neu ange­legte Ver­bin­dungs­straße erhält den Namen “An der Urania”.
Am 19. August ver­sam­meln sich anläss­lich des am 13. August erfolg­ten Mau­er­baus 800.000 Ber­li­ner vor dem Rat­haus Schöneberg.
1963 Am 26. Juni Besuch von John F. Ken­nedy. Im Rah­men sei­ner Anspra­che vor dem Schö­ne­ber­ger Rat­haus spricht er den legen­dä­ren Satz: “Ich bin ein Ber­li­ner”. Nach der Ermor­dung Ken­ne­dys im Novem­ber des­sel­ben Jah­res wird ihm zu Ehren der Rudolph-Wilde-Platz (Rat­haus­vor­platz) in John-F.-Kennedy Platz umbe­nannt. Der Stadt­park erhält dar­auf­hin den Namen Rudolph-Wilde-Park.
1964 Eröff­nung des Ber­li­ner DGB-Gewerkschaftshauses in der Keith­straße. Nach der Wende wird das Gewerk­schafts­haus der Sitz des DGB für Ber­lin und Brandenburg.
Am 1. Juni erfolgt die Still­le­gung der Stra­ßen­bahn­li­nie 2 von der Ber­nauer Straße (Sek­to­ren­grenze) bis zur Goten­straße (Schö­ne­berg). Es war die letzte Stra­ßen­bahn die durch Schö­ne­berg fuhr. Bis zum 1. Okto­ber 1964 ver­kehrt ledig­lich noch die Linie 55 auf der Tau­ent­zi­en­straße und der Kleist­straße bis zum Nollendorfplatz.
Am 13. Sep­tem­ber ist Mar­tin Luther King im Schö­ne­ber­ger Rat­haus zu Gast.
Am 30. Sep­tem­ber wird der Stra­ßen­bahn­be­triebs­hof in Schö­ne­berg geschlos­sen. Der Betriebs­hof war am 6. Februar 1899 in Betrieb genom­men wor­den. Heute dient das Gelände der Ber­li­ner Poli­zei als Kfz– Sammelstelle.
1965 Am 27. Mai wird Queen Eliza­beth II. vom Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter von Ber­lin, Willy Brandt, im Schö­ne­ber­ger Rat­haus begrüßt. Sie trägt sich in das “Gol­dene Buch” der Stadt ein.
Am 18. Juni wird das Zeiss-Planetarium mit 300 Sitz­plät­zen für Besu­cher und der Biblio­thek eröff­net. Es befin­det sich am Fuße des Insu­la­ners am Munster­damm 90 in Schöneberg.
1966 Bis 1968 wird das Auto­bahn­kreuz Schö­ne­berg ange­legt und die A 103 gebaut. Das Auto­bahn­kreuz Schö­ne­berg ist ein Kno­ten­punkt der A 100 und der A 103 im Ber­li­ner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die A 103 (zugleich B 1) ver­bin­det den Ber­li­ner Stadt­ring (A 100) vom Kreuz Schö­ne­berg mit dem Ste­glit­zer Krei­sel und ist eine Stadtautobahn.
1967 Eröff­nung der Schwimm­halle am Sach­sen­damm. Es ist sei­ner­zeit die modernste Schwimm­halle des Kon­ti­nents. Der US-Schwimmer Mark Spitz schwimmt hier 1967 zwei Weltrekorde.
Vom 27. Mai bis 4. Juni besucht der Schah von Per­sien, Moham­mad Reza Pahl­avi, auf Ein­la­dung des Bun­des­prä­si­den­ten Hein­rich Lübke die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Wäh­rend sei­nes Besuchs kam es am 2. Juni zu Demons­tra­tio­nen mit schwe­ren Aus­schrei­tun­gen gegen den Schah vor dem Rat­haus Schöneberg.
 1971  Am 29. Januar wird die U-Bahnlinie 7 von der Möckern­brü­cke bis zum Fehr­bel­li­ner Platz ver­län­gert und durch­quert damit Schöneberg.
 1972  Der U-Bahnhof Bülow­straße wird still­ge­legt und bis nach der Wende als tür­ki­scher Basar genutzt. Zeit­gleich wird der Hoch­bahn­hof Nol­len­dorf­platz still­ge­legt. Dort eta­bliert sich in der Folge der “Ber­li­ner Floh­markt”, ein Trö­del­markt, bei dem still­ge­legte U-Bahnwagen als Ver­kaufs­flä­che dien­ten. Zwi­schen den bei­den Hoch­bahn­hö­fen wird eine Stra­ßen­bahn­li­nie (Pen­del­ver­kehr) ein­ge­rich­tet. Es war die vor­erst letze Stra­ßen­bahn­stre­cke in West-Berlin. 1993 musste sowohl der Floh­markt als auch der Tür­ki­sche Basar der Wie­der­er­öff­nung der Linie U 2 weichen.
1978 In der Lehr– und Sport­schwimm­halle Schö­ne­berg fin­den anläss­lich der 3. Schwimm­welt­meis­ter­schaf­ten die Wett­be­werbe im Syn­chron­schwim­men statt.
1980 Mit dem Fahr­plan­wech­sel am 28. Sep­tem­ber wer­den nach dem S-Bahnstreik alle durch Schö­ne­berg füh­ren­den Linien still­ge­legt. Die S 1 wird am 1. Februar 1985 mit den in Schö­ne­berg lie­gen­den Bahn­hö­fen wie­der in Betrieb genom­men, die süd­li­che Ring­bahn am 17. Dezem­ber 1993.
1981 Am 7. Januar 1981 erfolgt in der Man­stein­straße 10/10a die erste Haus­be­set­zung. In der Folge kommt es auch in Schö­ne­berg mehr­fach zu Kra­wal­len und Stra­ßen­schlach­ten mit Haus­be­set­zern (26. Mai Win­ter­feld­platz, 22. Juni Nol­len­dorf­platz, 22. Sep­tem­ber Bülow­straße), bei denen es ein Todes­op­fer zu bekla­gen gibt.
1982 Am 9. Februar 1982 wer­den in Schö­ne­berg 27 besetzte Häu­ser gezählt, ins­be­son­dere im Crelle-Kiez.
1987 Der Päch­ter des Prä­lat gibt aus wirt­schaft­li­chen Grün­den auf, so dass das Gebäude seit­her leer­steht. Bis zum Bau des Palais am Funk­turm fand dort jedes Jahr der Pres­se­ball statt.
Die Skulp­tur “Arc de 124,50″ wird gegen­über der Ber­li­ner Ura­nia auf dem Grün­strei­fen errich­tet, ein Geschenk Frank­reichs an Ber­lin zur 750-Jahr-Feier. Die Skulp­tur schuf der fran­zöi­sche Bild­hauer Ber­nar Venet.
1989 Nach der Öff­nung der Ber­li­ner Mauer am 9. Novem­ber 1989 kommt es zu einer tur­bu­len­ten Kund­ge­bung vor dem Schö­ne­ber­ger Rat­haus, u.a. mit Willy Brandt (Regie­ren­der Bür­ger­meis­ter zum Zeit­punkt des Mau­er­baus), Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl und dem Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter Wal­ter Momper.
1990 Mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung am 3. Okto­ber been­det der Alli­ierte Kon­troll­rat ein­schließ­lich der Alli­ier­ten Luft­si­cher­heits­zen­trale seine Tätig­keit im Gebäude des frü­he­ren Kam­mer­ge­rich­tes am Kleistpark.
1991 Die letzte Senats­sit­zung im Schö­ne­ber­ger Rat­haus fin­det am 24. Sep­tem­ber 1991 statt; anschlie­ßend zieht der Regie­rende Bür­ger­meis­ter ins Rote Rat­haus nach Berlin-Mitte.
1992 Der lang­jäh­rige Regie­rende Bür­ger­meis­ter Ber­lins und spä­tere Bun­des­kanz­ler Willy Brandt wird im Schö­ne­ber­ger Rat­haus aufgebahrt.
1993 Die letzte Sit­zung des Abge­ord­ne­ten­hau­ses im Rat­haus Schö­ne­berg fin­det statt; anschlie­ßend erfolgt der Umzug in den ehe­ma­li­gen Preu­ßi­schen Landtag.
Am 13. Novem­ber wird der Zug­ver­kehr auf der Hoch­bahn (Nol­len­dorf­platz, Bülow­straße) wie­der aufgenommen.
Am 31. Dezem­ber um 23:55 Uhr been­det der RIAS seine Ausstrahlung.
1996 Der Geträn­ke­kon­zern Brau & Brun­nen legt auf­grund der sin­ken­den Nach­frage an Mas­sen­bier die Malz­fa­brik in Berlin-Schöneberg (frü­her Schult­heiss Braue­rei AG) still.
Am 11. Okto­ber tagt erst­mals der Ber­li­ner Ver­fas­sungs­ge­richts­hof im Kam­mer­ge­richts­ge­bäude am Kleistpark.
1999 Nach zehn­jäh­ri­ger Umbau­zeit wird das Stadt­bad in der Haupt­straße wie­der eröff­net. 1989 war es wegen Ein­sturz­ge­fahr geschlos­sen worden.
Das Süd­ge­lände (ehe­ma­li­ger Ran­gier­bahn­hof, still­ge­legt von 1946 bis 1952) wird als “Natur­park” sym­bo­lisch eröff­net. 1993 been­dete die Reichs­bahn die Nut­zung des Are­als; 1995 über­gab die Deut­sche Bahn AG dem Senat das Gelände. Durch eine finan­zi­elle Hilfe der Alli­anz Umwelt­stif­tung konnte er für Besu­cher zugäng­lich gemacht wer­den. Er ist eine Kom­bi­na­tion von ehe­ma­li­gen Eisen­bahn­an­la­gen, Natur­schutz und Kunst­ob­jek­ten. Der Park wurde im Rah­men der Expo 2000 über die Gren­zen Ber­lins bekannt.
2001 Am 1. Januar wer­den die Bezirke Schö­ne­berg und Tem­pel­hof im Rah­men der Bezirks­fu­sion zum neuen Bezirk “Tempelhof-Schöneberg” zusammengelegt.
2005 Die Rad­renn­bahn in Berlin-Schöneberg wird abge­ris­sen. Auf dem Gelände wird 2007 das Ein­rich­tungs­haus “Möbel-Kraft” gebaut.
2006 Der neue Bahn­hof Berlin-Südkreuz wird eröff­net. In den Jah­ren 2003 bis 2006 wurde der Bahn­hof zum Fern­bahn­hof aus­ge­baut und am 27. Mai 2006 in Berlin-Südkreuz umbe­nannt. Der 1901 eröff­nete Bahn­hof hieß frü­her “Papestraße”.
2007 Der Prä­lat wird bis auf die im hin­te­ren Bereich des Grund­stücks befind­li­chen und unter Denk­mal­schutz ste­hen­den Säle abge­tra­gen. Auf dem Gelände ste­hen heute ein Super­markt und ein Seniorenheim.
2011 Der Gaso­me­ter dient seit dem 11. Sep­tem­ber 2011 als Ver­an­stal­tungs­ort für den Polit-Talk mit Gün­ther Jauch und andere Ver­an­stal­tun­gen. Seit 1994 steht er unter Denk­mal­schutz und wurde 1995 stillgelegt.
 2014  Seit Mai 2014 befin­det sich auf dem Dach des Bahn­hofs Ber­lin Süd­kreuz eine Wind­kraft­an­lage. Es ist die erste Wind­kraft­an­lage auf einem Bahn­hofs­dach in Deutschland.